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Die Farmschule Naos

"Kleine Farmschule - Großer Anfang". Mit dieser Schlagzeile meldete die Allgemeine Zeitung am 22. März 1979 die offizielle Einweihung der Farmschule Naos im Gamsberg-Distrikt. Heute ist die Schule auf Naos so klein nicht mehr.

In einer alten Farmkirche wurde damals das erste Klassenzimmer eingerichtet. Heute dient die kleine Kapelle als Kindergarten. Statt nur einem Klassenzimmer gibt es inzwischen vier, außerdem eine große Aula, ein Schülerheim, zwei geräumige Lehrerwohnungen und einen Staudamm, der Wasser für die Schulgärten liefert. Aus den anfänglichen 12 Schülern im Alter von sechs bis 16 Jahren, die allesamt in einem Raum unterrichtet wurden, sind es heute knapp 100 geworden, die Klasse 1 bis 7 besuchen.

Die Schule war aus purer Notwendigkeit entstanden. Die Kinder der Farmangestellten auf Schulen - und damit auch Internate - in größeren Ortschaften zu schicken, habe sich damals für die Eltern als zu große finanzielle Belastung erwiesen. Also blieben sie zu Hause.

 
  Schulkinder in Naos

So investierten die Rinderfarmer privates Geld in den Bau von Klassenzimmern und eines Lehrerzimmers für die schnell aus den Nähten platzende Schule.

Zu den großen Gönnern der Farmschule gehört auch die Deutsch-Namibische Entwicklungsgesellschaft (DNEG). "Unser Ziel ist es, den Kindern eine Chance zu geben", sagte Dr. Hubertus Hausburg, ehemals Lions-Mitglied und außerdem namibischer Vertreter der DNEG. In 18 Jahren habe die Gesellschaft etwa 30 Millionen Namibia-Dollar in Entwicklungsprojekte investiert, u.a. auch für die Schule für San-Kinder auf der Farm Ombili im Norden des Landes.

 

 

 

    Im Schülerheim von Naos

Dorfentwicklung in Hoachanas

Geschichtlicher Hintergrund: Hoachanas ist wegen seiner offenen Wasserstelle ein wichtiger Ort. Ab den fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts siedelten hier die Kai//khaun, auch "Rote Nation" genannt. Die Kai//khaun sind eine historisch einflußreiche Gruppe der Nama. Hoachanas war immer eine Enklave im "weißen" Farmland, die den Nama vorbehalten blieb. Ihre Bewohner konnten sich Umsiedelungsversuchen von Seiten der südafrikanischen Administration erfolgreich widersetzen. 1953 gründete die Rheinische Mission eine Station. 1957 – 1963 entsteht eine gemauerte Kirche mit Glockenturm und eine Missionsschule wird eingerichtet. Für die am Ort ansässigen Nama wird eine Basisausbildung möglich; u.a. entstehen Stickklassen für die Frauen.

Da die Einwohnerzahlen von Hoachanas stetig zunahmen, wurde das Gebiet mehrfach um angrenzende Farmen erweitert. Heute steht den Bewohnern von Hoachanas, etwa 3000 Menschen, Weideland auf einer Fläche von 36 000 ha zur Verfügung. Der Ort verfügt über eine Ambulanzstation und zwei Schulen. Seit einigen Jahren ist er an das Stromnetz der NAMPOWER angeschlossen.

In Hoachanas gibt es zwei Schulen

 

1. Die African Methodist Episcopal Church betreibt eine Privatschule, in der etwa 300 Kinder unterrichtet werden.

2. Die staatliche Schule "J. P. Tsaitsaib" hat etwa 750 Schülerinnen und Schüler. Sie führt von der 1. bis zur 10. Klasse

 

Die Kinder kommen aus der weiteren Umgebung und wohnen z.T.. bei Verwandten im Ort. 1989 erstellte die DNEG einen Internatskomplex für mehr als 100 Kinder, zusätzlich Räumlichkeiten für Betreuer und Verwaltung. Der Komplex besteht aus fünf Gebäuden, die Schlafsäle, Waschräume, eine Küche und einen Speisesaal sowie Betreuerwohnungen beherbergen. Das Internat wurde über die Jahre um ein Lehrerhaus und um ein Büro mit Lagerraum erweitert, das die Verwaltung erleichtert. Im Internatskomplex wurden der Anin-Stickerei Arbeits- und Versammlungsräume zur Verfügung gestellt.

 

Heute gehen in Hoachanas über 1000 Kinder zur Schule; allein in der staatlichen Schule "P. J. Tsaitsaib" werden 750 Schüler unterrichtet. Ein erheblicher Mangel an Unterrichtsräumen konnte durch die Hilfe der US-Botschaft in Windhoek gelindert werden. Vier weitere Klassenräume wurden 2001 durch die DNEG finanziert.

Auch für die Zukunft besteht weiterer Bedarf.