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Reisebericht Namibia Dezember 2011

Reisebericht von Heinrich Großmann (Musikschule Metzingen): Fahrt zur 46. Swakopmunder Musikwoche und zu Musikprojekten in Otjikondo und Tsumeb.

Teil1: Swakopmund

Am Donnerstag, 8. Dezember 2011, reisten eine Gruppe Metzinger Musikschüler zusammen mit Musikschülern und Studenten aus verschiedenen deutschen Städten zur 46. Musikwoche nach Namibia in die Küstenstadt Swakopmund. Der musikalische Austausch wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend über das Goethe-Institut finanziell unterstützt. 16 Jugendliche und 2 Betreuer kamen nach einem Nachtflug am frühen Morgen des 9. Dezember mit ihren zahlreichen Instrumenten, welche sie zum Musizieren mit auf die Reise nahmen, an. Sofort begann die lange Busfahrt zum über 350 km weit entfernten Ziel, der Küstenstadt Swakopmund. Dort angekommen bezog man die Quartiere der städtischen Bungalows. Am 10. Dezember um 9:00 Uhr morgens begannen die Proben in der Namib-Grundschule (NPS). Sogleich verteilten sich die Sänger und Instrumentalisten auf die zahlreichen angebotenen Musiziergruppen: Blechbläserensemble, Celloensemble, Querflötenensemble, Klarinettenensemble, Sinfonisches Orchester, Gemischter Chor und Bigband, das Angebot für die zahlreichen Teilnehmer konnte sich sehen lassen. Täglich wurde nach der 8:30 Uhr-Andacht von 9:00 Uhr - 12:30 Uhr und nach der Mittagspause bis 17:00/18:30 Uhr geprobt, Sonderproben erfolgten nach Vereinbarung in der Mittagspause oder am Abend. (Siehe Anhang Tagesablauf) Die Blechbläser hatten ihren ersten Einsatz bereits am Sonntagmorgen, 11. Dezember, 3. Adventssonntag, beim Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Kirche, die Schirmherrin der Musikwoche ist. Am Montagvormittag spielten sie ein Weihnachtsständchen in der Stadtmitte. Die Dozenten gaben traditionsgemäß am Dienstagabend ein beeindruckendes Konzert, um den Schülern und Zuhörern eine Kostprobe ihrer künstlerischen Fähigkeiten zu zeigen. Bereits am Mittwoch, 14.12., wurden als „Generalprobe“ Auszüge aus dem geplanten Abschlusskonzertprogramm im Amphitheater als Freiluftkonzert geboten.

                       

Fotos: v.l.n.r. Blechbläser in der Kirche und beim Freiluft-Auftritt in der Stadtmitte. Gesamtorchester und Juniororchester mit unserem Jüngsten am Euphonium

Im Anschluss danach folgte die mittlerweile traditionelle Fahrt mit Pickups in die Dünen der Namibwüste. Die Organisatoren hatten für den „geselligen Teil“ einen „Sundowner“ auf einer Dünenspitze an der Küste des Atlantiks organisiert. Die jüngsten Musikantinnen und Musikanten hatten ihren großen Auftritt beim Junior & Ensemble Concert am Donnertag, 15.12. Unter der Leitung von Christiane Tietz und Meike Engberts begeisterten die Kinder mit interessanten Musikvorträgen und der Aufführung eines musikalischen Märchens. Eine Gruppe Mundharmonikaspieler brachte zudem eine gelungene musikalische Einlage. Nach der Pause agierten die Ensembles auf der Bühne: Streicher, Holzbläser, Querflöten, Celli, Klarinetten und Blechbläser.

     

Fotos: Die Jüngsten beim Proben in den Schulräumen und in der Aula der Namib Grundschule. Junior Orchestra mit Erzähler E.J. Unaeb; Blechbläser (Trompeten)

Das musikalische Finale nahte, bei der Generalprobe am Freitagmorgen klappte alles soweit ganz gut. Zwei Abschlusskonzerte am Freitag- und Samstagabend, die von der „Allgemeinen Zeitung“ sehr gelobt wurden, bewiesen den Erfolg und ein beachtliches musikalisches Niveau. Am 4. Adventssonntag wurde der Gottesdienst in der evangelischen Kirche mit verschiedenen Musikbeiträgen und einem festlichen Orgelspiel musikalisch umrahmt.

                                             

Foto: Eindrücke vom Abschlusskonzert, links Bigband, rechts Orchester mit Chor

Anmerkung: Unsere Teilnahme an der Swakopmunder Musikwoche erwies sich in mehrfacher Hinsicht als erfolgreich:

Das gemeinsame Proben und Musizieren mit zahlreichen ethnischen Gruppierungen in verschiedensten Besetzungen führte zu einer hohen Leistungsbereitschaft aller jugendlichen Musikerinnen und Musiker. Probenarbeit mit verschiedener europäischer und auch namibischer Musik ,dabei voneinander und miteinander lernen, sich gegenseitig helfen und dabei zwischenmenschliche Kontakte knüpfen, den anderen kennenlernen, sich für ihn interessieren und eine gemeinsam nach den Proben die Freizeit gestalten.Meine Einladung zur follow-up Maßnahme im Juli 2012 nach Metzingen wurde begeistert aufgenommen. Ich konnte erfreulicherweise einige namibische Musiker für die Teilnahme im National-Symphony-Orchestra verpflichten, dessen Premiere im März mit zwei Konzerten unter meiner Leitung als Chefdirigent stattfindet.

Teil2: Rundreise mit Begegnungen

Am Montagmorgen startete die deutsche Gruppe mit dem Bus Richtung Norden. Über Teerstrassen und staubige „Gravel-und Wellblech-Pads“ fuhr der Bus via Outjo, wo die Verpflegung und Feuerholz für die nächsten Tage im Busch besorgt werden musste, weiter in Richtung Otjikondo, dem ersten Reiseziel. Am nächsten Vormittag besichtigte die Gruppe, geführt von Albertine, einer Angestellten der Schuldorfstiftung, die gesamte Einrichtung, welche von der Deutsch-Namibischen Entwicklungsgesellschaft (DNEG) finanziell unterstützt wird. Selbstverständlich durfte ein kleines Konzert mit weihnachtlicher Blechbläsermusik in der Kirche nicht fehlen. Besonders die anwesenden Kinder nahmen die Musik mit großem Erstaunen und Begeisterung auf.

       

Foto: Blechbläserkonzert in der Otjikondo-Kirche. Schuldorfstiftung Otjikondo: Besichtigung. Überreichung der Spenden.

Eine Musikinstrumentenspende für die Otjikondo-Music-School, eine Medikamentenspende von Apothekerin Elke Auwärter aus Süssen und eine Kleiderspende wurden dankbar angenommen. Nach dem Besuch setzte die Gruppe ihre Reise fort und erreichte den Etosha-Nationalpark. Nach einer Fahrt bei ungewöhnlich strömendem Regen erreichte die Gruppe am Abend das Rest-Camp Halali zur Übernachtung. Am 21.12. erreichten wir nach einem Zwischenstopp am Otjikoto See die Minenstadt Tsumeb. Im Makalani-Hotel trafen wir am Abend die Gruppe Musiker vom APC-Center mit der wir schon zusammen in Swakopmund musizierten.

Am 22.12. besuchten wir planmäßig das APC (ARTS&PERFORMANCE)-Center, eine beispielhaften Einrichtung mit einer Musik- und Malschule für Kinder aus sehr armen Verhältnissen. Wieder standen zunächst die jungen namibischen Musiker zum Begrüßungskonzert auf der Bühne, danach folgten zahlreiche gemeinsam musizierte Musikstücke. Für März 2012 ist die Produktion einer CD geplant, außerdem konnte ich einige begabte Musiker vom APC für die Teilnahme im National-Symphony-Orchestra Windhoek gewinnen.

      

Foto: v.l.n.r. APC Musiker, Metzinger Musiker beim Abendkonzert am 21.12., Marimbagruppe, jüngstes Talent.

 

Am Folgetag Zwischenstop in Otjiwarongo, bevor wir nachmittags das gewaltige Waterbergmassiv erreichten. Alle trafen sich am darauf folgenden Morgen um 5:00 Uhr zum Aufstieg auf das Plateau um oben einen Sonnenaufgang zu erleben. Selbiger wurde in luftiger Höhe traditionsgemäß vom Blech musikalisch umrahmt (Foto).

Die letzte Etappe der Reise führte zur Hauptstadt Windhoek, wo man am Nachmittag des 24.12. langjährige Freunde und Bekannte und zahlreiche Musikwochenteilnehmer traf. Abflug dann um 21:30.Wir freuen uns alle auf die Annahme der Einladung ans College of the Arts Windhoek zum Gegenbesuch namibischer Musikstudenten im Juli 2011 in Metzingen.

  

Heinrich Großmann, Musikschulleiter, Vorstandsmitglied DNEG (Januar 2012)

 

Bericht über die Reise nach Namibia (20. Januar bis 28. Januar 2012)

Reisebericht von Arne FrHr. von Kittlitz und Dirk Rogge

 

Nach Ankunft  holte Herr Klaus von Klitzing mich vom Flughafen ab, wir fuhren zum Hotel und 2 Stunden später  (gegen 13:00 Uhr) von Windhoek nach Swapokmund, wo wir gegen 16:00 Uhr ankamen. Die beiden Herren von Kittlitz und von Klitzing gingen zu einem Geburtstag und ich hatte Herrn Müller und seine Tochter Dietlinde (die gerade aus Deutschland zurückgekommen war, wo sie ihren Master gemacht hat) zum Abendessen eingeladen.

 

Am 20. Januar 2012 fuhren wir morgens nach Utusept; 1,5 Stunden von Swakopmund entfernt und trafen dort die stellvertretende Schulleiterin. Der Schulleiter kam erst später. Da er auch das Hostel, die Aufenthaltsräume für die Kinder beaufsichtigte, war es gut, dass wir ihn noch trafen. Der Zustand dieser Gebäude war dementsprechend schlecht. Man sah den Verbrauch durch das Wetter und die Beanspruchung der Kinder. (Ich habe viele Fotos gemacht.) Später kam  der Schulleiter dazu, dessen Namen ich leider nicht behalten habe, und wir setzten uns in der Kantine zusammen und sprachen über die Probleme und beobachteten das Treiben der Kinder. In Utusept sind inzwischen zwei Schulklassen neu gebaut worden. Die alten Gebäude existieren immer noch, die Häuptling Koikee für sich haben möchte, was wir eigentlich damals abgelehnt hatten. Dabei handelt es sich um 3 Räume in diesen alten Gebäuden aus Blech, die nicht mehr in gutem Zustand sind. Ein Raum wird inzwischen als Stauraum für alten Stühle und kaputte Sachen genutzt. Der Mittelraum war für die kleinen, d.h.Kindergartenkinder gedacht; dieser Raum ist zurzeit leer. Es stand ebenfalls altes Mobilar  herum. Nur der letzte Raum wurde noch als Klassenzimmer genutzt, mit 45 Kindern in der Klasse. Die 1. Klasse ist dort untergebracht. Die anderen Gebäude, die wir uns angesehen haben, waren eigentlich ganz gut in Schuss. Vor allem die beiden neuen Klassenzimmer, die von der Regierung bzw. von  der Fischindustrie gebaut worden waren. Außerdem wurde ein neues Toilettengebäude gebaut, mit 4 Möglichkeiten für Mädchen und für Jungs. Das haben wir allerdings haben nicht besichtigt.

 

   

 

Mit dem Schulleiter, zwei Lehrerinnen und drei unserer Herren trafen wir uns in der Kantine, und Herr Müller machte den Vorschlag, dass er mit seinen Praxisleuten (Maurer usw.), die weiteren zwei Klassenzimmer bauen könnte, die hier noch fehlen. Man sprach zwar von nur einem Raum, aber ich glaube wir müssen da sinnvoller Weise auf zwei Räume gehen. Die Schule hat heute 284 Schüler. Das heißt, es sind zu viele Schüler für die Hostels, denn dort können nur 140 Schüler untergebracht werden. Die anderen sind in dem alten Hostel untergebracht, was eigentlich als Bibliothek angedacht war. Dort liegen die Kinder auch zum Teil zu zweit im Bett, manchmal vielleicht sogar zu dritt, was natürlich kein besonders guter Zustand ist. Wie gesagt berichtete Herr Müller, dass er mit seinen Leuten in einem halben Jahr zwei Schulgebäude errichten würde, wenn die Leute, die bei ihm Maurer, Maler, Klempner, Dachdecker usw. lernen, Unterkunft bekommen würden. Wir haben dann errechnet, dass zwei Häuser ungefähr 300.000 namibische Rand kosten würden. Er hatte für die zwei bestehenden rund 350.000 Rand gerechnet. Wir haben aber bei anderen Schulen die Preise bei 25.000 und 35.000 Euro für zwei Klassenzimmer genannt bekommen.

 

Wir haben dann die beiden Hostels, die Aufenthaltsräume für die kleinen und großen Jungs und Mädchen besucht. Das Mädchenhostel war eigentlich relativ in Ordnung, auch die Duschen waren in Ordnung. Es wurde geklagt, dass die Duschen verkalken. Ich habe den Damen gesagt, sie sollen die Duschköpfe in Essig legen. Aber die Lehrerinnen sind natürlich nicht daran interessiert, im Hostel etwas zu erledigen. Daher müssen auch dort die Duschen erneuert werden. Bei den Jungs sah es sehr viel schlechter aus. Die Toiletten waren zwar noch in Ordnung. Aber man sollte auch hier Stahltoiletten hinstellen, damit die Jungs diese nicht kaputt machen können. Die Duschen waren zum Teil abgebaut und entfernt worden. Die Wasserhähne funktionierten nicht. Den Reparaturaufwand schätze ich auf mindestens 100.000 namibische Dollar oder 10.000 Euro, weil man doch vieles erneuern muss. Außerdem müsste man beide Hostels erweitern. Dies geht nur in Richtung Osten, soweit ich weiß, weil diese Räume einfach zu klein sind. Auch dort müssten wesentlichen Verbesserung erfolgen, z. B. fehlen bei allen Gebäuden Lüftungsgeräte, die Betten waren zum Teil kaputt und konnten nicht benutzt werden, es fehlen Entlüfter auf dem Dach, die dort untergebraucht werden müssten, auch in der Kantine, wo die Isolierung zum Teil kaputt war. Außerdem fehlen Solar-Warmwasserspeicher, wobei Herr von Klitzing meinte, das würde alles geklaut werden. Wir haben später in der Schule in Gqaina gesehen, wie man diese auch auf den Boden zwischen zwei Gebäuden stellen und mit einem Zaun versehen kann und dann werden sie dort geschützt und sind vor Diebstahl gesichert. Natürlich müssen sie angeschweißt und nicht angeschraubt werden.

 

 

 

Herr Müller hatte vorgeschlagen, diese zwei neuen Schulgebäude zu errichten. Er würde 15.000 € aus dem Nimt nehmen, dass heißt wir würden diese jungen Leute bezahlen und die anderen 15.000 € müsste man zum Materialverbrauch nehmen. Nach 1,5 Stunden sind wir wieder abgefahren und waren 13:00 Uhr in Swakopmund zurück.

 

Am Nachmittag 15:15 Uhr haben wir dann zusammen Frau von Wetzel besucht, die uns ihr Projekt erklärte und wir haben ihr mitgeteilt, dass sie sich an die DNG wenden sollte, da Herr Klaus Hess sicher in der Lage wäre, ihr dort Geld zu spendieren, als dass die DNEG das machen könnte. Mit unseren 500 Euro werden wir da nicht weit kommen. Frau Wenzel plant ein Buch der alten Künstler, die vor Jahren schon keine Chance hatten auszustellen, und wenig bekannt sind, sowie einen Band der modernen Künstler, die heute in der Lage sind, in einer Galerie oder einen Museum ausstellen zu können. Frau Wenzel hat uns zwei Bücher vorgelegt, einmal das Buch der VAN, das ist eine Vereinigung die alle zwei Jahre ein Buch herausbringt, und dieses Buch wird veröffentlich und kann von den Künstlern und auch von Institutionen für weniger als 40 namibische Dollar gekauft werden. Es ist ein vierfarbiger Band, mit schönen Bildern und die meisten Künstler sind mit zwei Arbeiten in Druckform vertreten. Dann gibt es ein weiteres Buch, das auch moderne Künstler darstellt, die aber schon irgendwo ausgestellt haben. Als Beispiel für ihr mögliches Buch, hat sie uns ein Buch aus Südafrika gezeigt, wo ältere und auch nicht mehr lebende Künstler dargestellt werden, unter anderen eben auch moderne Künstler.

 

Die Druckkosten für dieses Buch betragen ca. 120.000 bis 180.000 namibische Dollar. Das entspricht maximal 18.000 €. Der Verleger ist die Firma Mc Millan und der natürlich auch auf Hilfe angewiesen ist. Frau von Wenzel berichtete, dass die deutsche Botschaft ihr 30.000 namibische Dollar, also 3.000 €, schon zur Verfügung gestellt hat. Sie hat noch einen weiteren Sponsor, meinte aber auch, dass sie zunächst nicht so viele Sponsoren haben wollte, aber wir haben ihr dann dargelegt, je mehr sie hätte, desto mehr Geld könnte sie auch akquierieren. Das Buch soll im Dezember herauskommen und bis dahin hätte man Zeit, noch Gelder zu sammeln. Man müsste auch versuchen, Herrn Gertze, den namibischen Botschafter in Berlin, zu diesem Punkt bringen, das wäre doch sehr schön. Frau Wenzel müssten wir einige ältere Exemplare und vielleicht auch das neueste der Zeitschrift Namibia schicken. Ich werde die Hefte besorgen und dann sollten wir den Kontakt mit Herrn Hess herstellen und ihre Adresse weiterleiten.

 

Am Abend des 19. Januar haben wir dann mit Herrn Müller und dem ehemaligen Präsidenten der GNDS Herrn Joachim von Prittwitz und Gaffron, der heute in Swakopmund wohnt (seine Frau ist im letzten Jahr gestorben), zu Abend gegessen. Dabei hat Herr Müller die Anfrage gestellt, ob es ein Aufnahmeformular gäbe für die DNEG, denn er würde gerne Mitglied werden, wenn er das Geld für die Utosep-Leute in Namibia sammeln sollte. Diese Thema hat natürlich erheblichen Wirbel hervorgerufen und Herr von Klitzing und Herr von Prittwitz sagten, was soll der Quatsch. Herr von Kittlitz und Dirk Rogge waren der Ansicht, dass das eigentlich möglich sei und man so etwas organisieren könnte. 

Wir haben dieses Thema anschließend noch einmal diskutiert, aber es blieb bei der Negativeinstellung des Herrn von Klitzing, der meinte, wir müssten die Satzung ändern und wir werden die Angelegenheit bei uns in der Vorstandssitzung und in der Mitgliederversammlung im November diskutieren. Auf jeden Fall müssen wir Herrn Müller spätestens nach der Sitzung mitteilen, ob er Mitglied werden kann oder nicht.  Das sollten wir versuchen, wir haben ja  Richard Müller als Mitglied der DNEG dabei und warum sollte man nicht auch hier Mitglieder von außen hereinholen. Auch Herrn von Kittlitz war der Ansicht, er hätte einige gute Herren, die sicher Interesse hätten und dies Befürworten würden.

 

Am 20. Januar sind wir dann nach Omaruru gefahren und haben dort die Beerdigung des Oberhereros Christian Zeraeua von den Ovahereros, von der schwarz-weißen Flagge von Omaruru, beigewohnt, der im Alter von 78 Jahren verstorben ist. Er wurde am Sonntag beerdigt und es waren sehr viele der traditionelle Teilnehmer der roten Flagge und der grünen Flagge anwesend.

Das war ein großes Spektakel, vor allem die Damen in ihrer wertvollen Ausstattung. Alle kamen im Staatsdress und die Herren in Fantasieuniform der alten Truppe aus Deutschland aus den Jahren 1890 bis 1914 mit den entsprechenden Fantasieabzeichen. Es waren 6 Geistliche anwesend, evangelische Geistliche, die zunächst einen Gottesdienst hielten und anschließend eine Beerdigung stattfand. Herrn von Kittlitz wollte dahinfahren, weil er meinte, der Ehefrau kondolieren zu können. Die Ehefrau Erika war aber bis Dienstag nur in verhüllten Kleidern zu finden und keiner konnte zu ihr, so dass wir dann zu Herrn Müller und seiner neuen Frau fuhren, die einem Kaffeeshop mit Verkauf von lokal hergestellten Sachen betreibt und wo wir dann zu Mittag gegessen haben. Anschließend haben wir uns auf den Weg gemacht. Ich habe eine Menge Bilder gemacht und bringe auch Bilder aus der Zeitung mit.

 

Am Sonntagabend waren wir dann bei Herrn von Hase eingeladen. Herr von Klitzing mit Frau, Herr von Kittlitz und ich. Die Tochter Leonie und Frau von Hase waren dabei, sowie Sonja Pack und Frau Erika Spies.  Wir haben dann Herrn von Hase über die neuesten Entwicklung von Herrn Müller instruiert und über Utusept. Berichtet. Am nächsten Morgen, am 21. Januar, fuhren wir dann zunächst nach Denbreek. Denbreek war eine Farmerschule von Herrn Peter Landt gebaut, die seit einem Jahr leer steht und seit 01.01.2012 sind nach Aussage von Frau Haufe auch die Gebäude auf die Farm übergegangen. Das Ehepaar Haufe lebt noch, fühlt sich ganz gesund, hat aber auf der Farm einen Partner, der dort einen Wildpark errichtet.

Die Aktivitäten, die wir damals gesehen haben, mit Webereien und Wolle herstellen, sind alle abgestellt. Die Gebäude sehen entsprechend aus und sind inzwischen etwas heruntergekommen, seit unserem letzten Besuch vor 6 Jahren ist nichts mehr gemacht worden, vor allem nachdem die Schulleiterin und Lehrerin, die ja alles zusammen in einer Person war, abgezogen worden ist und heute in Katatura lehren muss. Die Betten in dem Hause sind alle noch in Ordnung. Auch die von uns angebauten Toiletten waren angeblich in Betrieb. Die Bänke sind noch von der DNEG und wir werden versuchen, vor allem die Betten, von Frau Haufe zu erwerben oder geschenkt zu bekommen. Die Tische fehlen bereits.

 

Anschließend fuhren wir nach Hoachanas, wo wir das Hostel besuchten, also die Unterkunft der Schüler, den Speiseraum und die einzelnen Gebäude. Hier war der Zustand katastrophal. Der Speiseraum im Hostel ist ganz schlecht, es fehlen einige Meter Erweiterung und eine Achse für eine Bühne. Das ist eigentlich die wichtigste Geschichte. Die Toiletten, die von der DNGS vor 5 Jahren an die Seiten angebaut wurden, liefen nicht und waren angeblich verstopft. Die Kinder mussten wieder nach draußen oder irgendwo anders hingehen. Der Zaun war eine Katastrophe. Es war nicht sehr schön anzusehen. Die Bilder, die wir gemacht haben zeigen den entsprechenden Zustand.

 

   

 

Anschließend gingen wir noch in die Schule und schauten uns dort die Räume an. Die von der DNEG gebauten Gebäude sind in tadellosem Zustand. Die anderen Schulen, die mit Hartfaserplatten außen verkleidet sind, sind natürlich zum Teil kaputt. Aber der Schulleiter war sehr zufrieden mit seiner Schule und machte auch einen sehr guten Eindruck. Er beschwerte sich darüber, dass die technische Leitung der Regierung leider zu wenig zu ihm kommt, auch wenn er mehrmals anruft, er hat ja wenig Möglichkeiten. Herrn von Kitzing hat sich die Nummer geben lassen und wird in nächsten Tagen anrufen. Wir haben uns dann noch die Fläche angeschaut, auf der das Schattendach errichtet werden soll. Wir haben uns auch die anderen Sachen angesehen, die von den Bitterwasserleuten oder den Witwen der verunglückten Segelfliegern gespendet wird. Wir fuhren dann nach zurück auf die Farm Jena und machten dort eine Rundreise über die Farm, die uns Herr von Hase natürlich sehr gerne zeigte.

 

Nach einem sehr guten Abendessen mit der Tochter und dem Schwiegersohn von Hase sind wir dann am nächsten Morgen gegen 09:00 Uhr abgefahren zu Wilfried und Sonja Pack, die auf einer alten Farm mit mehreren tausend Hektar wohnen in der Nähe von Witvlei. Wir brauchten für die Fahrt 4 Stunden, weil wir über Leonardville gefahren sind, da wir tanken mussten und in Uhlenhorst ein Stromausfall das Tanken behinderte. Dort kamen wir um 13:00 Uhr an und sind dann nach einem kleinen Mittagessen mit Sonja Pack gleich in die Schule von Witvlei gefahren und haben diese besichtigt. Auch hier war der Zustand katastrophal. Die Schule Witvlei ist ein großes Gelände mit ebenfalls 2 Hostels für Mädchen und für Jungen, die natürlich auch nicht mehr in dem besten Zustand sind. Sie sind von innen nicht mehr gestrichen worden. Es fehlt auch für dieses Haus eine Solar-Wärmeanlage. Es muss alles mit Strom beheizt werden und Strom ist inzwischen auf 1,30 Dollar angestiegen, dass sind 13 europäische Cent. Das ist natürlich sehr viel Geld. Die Schule ist staatlich und der Staat zahlt den Strompreis. Aber das ist im Grunde nicht richtig, denn bei der Sonneneinstrahlung die man hier hat, müsste man mit Solar-Wärme auf jeden Fall erheblich Strom sparen können. Im Winter ist es Witvlei relativ kalt. Es gibt Frostgebiete aber die Sonne scheint und wenn die Sonne scheint, gibt es auch mittags 20 °C.

Hier sollte ja unser Solarprojekt installiert werden. Ich glaube, es wird sehr viel sinnvoller sein, zunächst Warmwasser zu erzeugen, um den Strom für Heizung und Warmwasser zu reduzieren, denn das ist sicher der Hauptverbrauch und dann hat die Schule lediglich noch ihren Stromverbrauch für Beleuchtung und ein paar Geräte, die ihnen zur Verfügung stehen. Nach der Rückreise von Witvlei haben wir dann mit Wilfried Pack eine Rundreise über seine Wildfarm gemacht. Wir haben die Giraffen bewundert. Er hat Oryx, Kudus, Wildschweine und Hardebeste usw., 5.000 Hektar und das ist relativ groß. Die Zebras haben wir leider nicht gesehen. Impalas haben wir noch bewundern dürfen und dann sind wieder einen Teil des Weges zurück gelaufen und haben uns dann zum Abendessen mit ihnen zusammen gesetzt und den Tag noch einmal Revue passieren lassen.

 

Am nächsten Morgen sind wir nach Gqaina weitergefahren, zur Schule von Herrn Tölken, worüber ich zwei Berichte von Frau Fisch habe und einen Bericht von Herrn Tölkens Lehrerin über das Jahr 2011. Weiterhin haben einen Plan von Herrn Tölken gehabt, der die Möglichkeiten der Erweiterung dieser Schule zeigte. Wir waren sehr positiv überrascht. Es sind zwei weiße Damen, die die Schule und das Hostel führen. Es gibt natürlich Aufpasser. Der große Unterschied zu allen anderen Schulen ist, dass die Toiletten im selben Haus untergebracht sind. Wir haben auf der einen Seite die Schlafräume, dann einen großer Gang und auf der anderen Seite die Häuser für die 70 -  80 Jungs, die alle in Hostels schlafen können. Der große Vorteil dabei ist, dass die Jungs nachts nicht aus dem Gebäude müssen, wenn sie auf Toilette müssen. Die Haustüre wird zugeschlossen und dann ist die Gemeinschaft dort alleine.

 

       

 

Die Hostels werden jeden Tag sauber gemacht. Wir haben mit den Putzfrauen gesprochen. Es gibt dort einen Solarbetrieb, der par excellence ist, für Warmwasser, nicht für Strom. Es wäre natürlich ideal, wenn wir das an den anderen Schulen auch hätten. Die Schule war in einem tadellosen Zustand. Wir bekamen einen kleinen Tanz vorgeführt von den Kindern. Die Schule ist zwar angeblich unterproportional mit San belegt, aber wir waren der Ansicht dass mehr San als sonstige Gruppen vorhanden waren. Mit den Lehrern hatten wir dann um halb Zwölf einen Lunch, bestehend aus zwei Keksen und einer Tasse Kaffee. Es sind vor allem schwarze Lehrer die dort lehren. Es scheinen sehr gute Lehrer zu sein. Man hat einen Instandhaltungsmann auf der Schule, der sich um die Wartung der gesamten Anlagen kümmert. Schulgeld muss auch dort von den Eltern aufgebracht werden, soweit sie es können. Aber sie können natürlich nicht die Gesamtkosten der Schule tragen. Daher hat Herr Tölken eine ganze Reihe von Sponsoren u. a. Siemens.

 

Nach dem Lunch sind wir dann wieder aufgebrochen und sind nach Windhoek zurückgefahren, wo wir gegen 16:00 Uhr ankamen.

 

Arne FrHr. von Kittlitz und Dirk Rogge