Arbeitsfelder Projektübersicht Schulen und Heime Ausbildung Kliniken Altersheime

Brillen für Otjikondo

Im Bewußtsein vieler spielt die Tatsache kaum eine Rolle, daß auch in Afrika zahlreiche Menschen schlecht sehen. Aber natürlich gibt es auch dort Fehlsichtigkeiten: Kinder schielen, andere sind kurzsichtig, bei den Alten läßt das Sehvermögen nach.

Besteht vielerorts in Namibia noch eine medizinische Grundversorgung, so haben die wenigsten Namibier die Chance, jemals einem Augenarzt zu begegnen. Und selbst wenn ihre Augen untersucht würden und sie eine Brille verschrieben bekämen, wäre der nächste Optiker zu weit und die Brille zu teuer.

Angesichts der Bemühungen um die Alphabetisierung der Bevölkerung und der Fortschritte, die dabei erzielt werden, wird es aber immer dringlicher, daß die Menschen ausreichend sehen. Und nicht nur zum Lesen und Schreiben, auch für Handarbeiten und viele handwerkliche Tätigkeiten ist das Sehvermögen entscheidend. Selbst für den traditionellen Jäger ist eine Sehschwäche katastrophal.

 

Auf seinen Reisen nach Namibia hat sich Dr. Klaus Jacob, Augenarzt und Mitglied der Deutsch-Namibischen Entwicklungsgesellschaft, dieses Problems angenommen. Nach zwei ersten Einsätzen in den Jahren 1998 und 2001 führte er, zusammen mit seiner assistierenden Ehefrau Hildburg, auch 2003 in der Schule in Otjikondo und in der Missionsschule St. Michael Augenuntersuchungen durch. Auf der letzten Reise wurden die Untersuchungen erstmals auch in Ombili durchgeführt. Für seine Einsätze in Namibia sammelt Dr. Jacob in Deutschland Brillenfassungen und Augenmedikamente. In den oben genannten Schulen werden die korrekt ausgemessenen Gläser dann direkt per Rezept verordnet und aus Spendenmitteln bezahlt. Die Brillen werden in Otjiwarongo nach Rezept angefertigt und müssen dann dort auch abgeholt werden. Der Aufwand, die lange Strecke zurückzulegen, lohnt sich aber. Sind die Brillen erst einmal bei den betreffenden Schülern angekommen, ist die Freude groß und ein nicht geahnter Fortschritt erreicht. Sponsor der bisherigen augenärztlichen Hilfen in Otjikondo waren der Lions Club Siegen-Rubens, das Hilfswerk der Deutschen Lions e.V. und private Spender.

Dr. Klaus Jacob bei der Untersuchung einer Schülerin in Otjikondo. Foto: Valerie Jacob    

 

 
Hildburg Jacob bei der Anpassung von Brillenrahmen in Otjikondo. Foto: Valerie Jacob   Augenuntersuchung in Ombili. Foto: Valerie Jacob

 

 

Medizinische Versorgung: Die Bedeutung der Buschkliniken

von Dr. med. Maria Fisch, Windhoek

Wenn man in Namibia die dünn gestreuten Städte verlässt, kommt man in eine Dornsteppe, wo nur hier und da aus einem grünen Flecken ein Farmhaus herüberwinkt. Wegen des armen Bodens und der kargen Regenfälle muss ein Farmbetrieb wenigstens 4000-5000 Hektar umfassen, um rentabel zu sein. Weiter gelangt man in die Siedlungsgebiete der einheimischen Stämme. An den Grenzflüssen und anderen permanenten Wasserstellen ist die Besiedlung dicht. Aber in anderen Gegenden kann es sein, daß sich das Auto eine Stunde lang durch den schweren Sand quält, ohne dass man einer Menschenseele begegnet.

Dann gelangt man in ein Dorf mit Hütten aus Pfählen, Ried und Gras oder Wellblech, und am Dorfrand steht plötzlich ein hell-freundliches Steinhaus mit der Aufschrift "Amorbach" oder "Düsseldorf" oder "Oldenburg" usw. zur Erinnerung an die Bewohner jener Stadt, die das Geld für die Errichtung des Gebäudes spendeten. Es handelt sich um Buschkliniken, die von der Deutsch-Namibischen Entwicklungsgesellschaft gebaut und eingerichtet wurden, um den Menschen in diesen entlegenen Gegenden den Zugang zu einer medizinischen Betreuung zu ermöglichen.

Patienten vor der Buschklinik "Amorbach" Schwester Elisa mit Patienten in der Buschklinik "Köln" Ovahimbas vor der Buschklinik "Köln" - mit Dr. Hausburg

Bis dahin erhielten die Kinder keine prophylaktischen Impfungen und die Schwangeren keine Beratung. Die Kranken mussten viele Stunden weit bis zum nächsten Krankenhaus gehen oder mit Hilfe eines unbequemen und ruckelnden Sandschlittens gebracht werden, und das in der unbarmherzigen afrikanischen Hitze! Es ist verständlich, dass man unter diesen Umständen zunächst eine einheimische Kräuterfrau oder einen so genannten Zauberer konsultierte und abwartete, bis keine Hoffnung auf Besserung mehr bestand. Oft war die Krankheit inzwischen so weit fortgeschritten, dass auch der Arzt nicht mehr helfen konnte.

 

 

Vor der Buschklinik "Düsseldorf" Vor der Buschklinik "Amorbach"  

Wir dürfen hoffen, dass die draußen im Busch gebauten Kliniken nicht nur Menschenleben retten, sondern auch im Kampf gegen den Hexenglauben helfen und das Vertrauen in die moderne Medizin stärken. Sie werden von der Regierung personell und medikamentös versorgt und hin und wieder durch medizinische Beamte oder Missionsschwestern besucht.

Mitglieder der DNEG besuchen regelmäßig diese weit auseinander liegenden Projekte, um sich zu überzeugen, dass sie ihren Zweck erfüllen und die Spendengelder dem Wohle der Ärmsten dienen.