Das Land

Ländername:

Republik Namibia - Republic of Namibia

 

Nationalflagge und Nationalwappen

         

Klima:

arides Klima; Regenzeit: Januar-März/April.

Lage:

Namibia liegt im südwestlichen Afrika zwischen 17 und 29 Grad südlicher Breite und 12 und 25 Grad östlicher Länge.

Größe des Landes:

824.292 qkm

Hauptstadt:

Windhoek, ca. 330.000 Einwohner

Bevölkerung:

ca. 2,1 Mio. Einwohner, Bevölkerungsdichte: ca. 2,56 Einwohner pro qkm, Bevölkerungswachstum 3% (2009)

Währung:

Namibia Dollar (N$)

Landessprachen: 

offizielle Amtssprache: Englisch; sonstige Sprachen: Afrikaans, Oshivambo, Otjiherero, Nama, Damara, Deutsch

Religion:

ca. 87 % Christen, davon ca. 80 % Protestanten und ca. 20 % Katholiken; Rest Stammesreligionen.

Nationalfeiertag: 

21. März (Unabhängigkeitstag)

Unabhängigkeit:

21. März 1990

Regierungsform:

Parlamentarische Demokratie

Staatsoberhaupt und Regierungschef:   

Präsident Hage Geingob , President of the Republic of Namibia (Amtsantritt am 21.03.2015),

Premierministerin Saara Kuugongelwa-Amadhila, Regierungschefin (Amtsantritt am 21.03.2015)

Parlament:

besteht aus zwei Kammern:

  • Nationalversammlung (National Assembly): 72 nach dem Verhältniswahlrecht gewählte Abgeordneten, sechs durch den Staatspräsidenten ernannte Mitglieder.

  • Nationalrat (National Council): 26 Mitglieder, je zwei nach Mehrheitswahlrecht in 13 Regionen gewählte Regionalräte.

 

Gesundheit

Eine namibische Frau bringt in ihrem Leben durchschnittlich 3,6 Kinder zur Welt.Das derzeitige jährliche Bevölkerungswachstum liegt bei 3 %. Allerdings sind über 20 % der Bevölkerung mit HIV/AIDS infiziert. Dadurch ist die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt deutlich gefallen. Sie lag 1990 bei etwa 62 Jahren und im Jahr 2005 nur noch bei 52 Jahren. Im Jahr 2008 fiel sie auf 47 Jahre bei den Frauen und 48 Jahre bei Männern.2004 gab es in Namibia lediglich 30 Ärzte pro 100 000 Einwohner.

Sprachen Die heutigen Namibier sind ein Gemisch unterschiedlicher aber teils verwandter Völker, die größtenteils durch mehrere Völkerwanderungen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert in das Gebiet umsiedelten. Diese Vielfältigkeit der Bevölkerung spiegelt sich auch in den gesprochenen Sprachen wider. Es gibt mit den Bantusprachen, den Khoisan-Sprachen und den indogermanischen Sprachen drei große Sprachgruppen mit über 30 Einzelsprachen bzw. Dialekten. Die in Namibia gesprochenen Bantu-Sprachen sind Oshivambo, Otjiherero, RuKwangali, SiLozi und Setswana. Zu den Khoisan-Sprachen zählen Khoekhoegowab und die Sprachen der San wie !Kung und Khoe. Mehr als 50 % der namibischen Bevölkerung geben an, Oshivambo als Muttersprache zu sprechen.

Die von den Europäern und Bastern eingeführten indogermanischen Sprachen wie Afrikaans und Deutsch werden zwar nur von einem kleinen Bevölkerungsteil als Muttersprache gesprochen, sind aber besonders unter Farmarbeitern und anderssprachigen Weißen weiterhin sehr verbreitete Verkehrssprachen. Von der weißen Bevölkerung sprechen 60 % Afrikaans, 32 % Deutsch und 7 % Englisch.

Deutsch, Afrikaans und Englisch waren bis zur Unabhängigkeit des Landes von Südafrika 1990 die offiziellen Amtssprachen. Um endgültig mit der Apartheid und Fremdherrschaft abzuschließen, aber vor allem um keine der bestehenden Bevölkerungsgruppen zu bevorteilen und somit die Integrität des Landes zu gefährden, wurde die „neutrale“ Sprache Englisch zur alleinigen Amtssprache erhoben. Der Großteil der Bevölkerung spricht als Zweitsprache Afrikaans. Deutsch ist die Muttersprache von 1,1 % (etwa 20.000) der Bevölkerung und Zweitsprache eines Großteils der weißen Einwohner sowie eines kleinen Teils der schwarzen Bevölkerung (etwa 55.000). Im täglichen Leben ist Deutsch eine wichtige Verkehrssprache vor allem in der Wirtschaft und dem Tourismus. Obwohl Englisch nur von weniger als 0,1 % der Bevölkerung als Muttersprache zu Hause gesprochen wird, hat sich der Anteil derer, die fließend Englisch sprechen können, in den Jahren seit der Unabhängigkeit drastisch erhöht. Das ist vor allem auf den konsequenten Gebrauch des Englischen in Schulen, Ämtern und Medien zurückzuführen.

Religionen Infolge der Missionierung während der Kolonialzeit sind ca. 90 % der Namibier Christen, womit das Land deutlich über dem afrikanischen Durchschnitt liegt. Von ihnen sind 50 % Lutheraner, 20 % Katholiken, 5 % Mitglieder der Niederländischen Reformierten Kirche und 5 % Anglikaner. Die restlichen Christen verteilen sich auf andere kleinere Kirchen wie beispielsweise Baptisten, Adventisten, neuapostolische Christen und die aus den USA stammende African Methodist Episcopal Church (siehe auch: Christentum in Namibia). Die restlichen 13 % der Einwohner, insbesondere San, Himba und Caprivianer, sind Anhänger ihrer traditionellen Naturreligionen. Der Islam spielt in Namibia praktisch keine Rolle, die Anzahl der Muslime in Namibia wird auf wenige Tausend geschätzt.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen: 

Vereinte Nationen und Sonderorganisationen; Commonwealth; Afrikanische Union (AU) ; EU-AKP Abkommen (EU – Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten); Weltbank; IWF; Southern African, Development Community (SADC) (1990); SACU (Southern Africa Customs Union) (1990

Stand: März 2008

Politische Beziehungen

Seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 haben sich freundschaftliche und umfassende Beziehungen zwischen Deutschland und Namibia entwickelt. Richtungsweisend für diese positive Entwicklung ist die Namibia-Entschließung des Deutschen Bundestags von 1989, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, mit dem unabhängigen Namibia eine Sonderbeziehung zu entwickeln und zu pflegen. Damit wurde der besonderen Verantwortung Deutschlands für seine koloniale Vergangenheit ebenso Rechnung getragen wie dem Engagement der Bundesregierung und zahlreicher Kreise der deutschen Bevölkerung für die Unabhängigkeit des Landes. In einer weiteren Namibia-Entschließung vom Juni 2004 gedachte der Bundestag der Opfer des Kolonialkrieges und bekräftigte seinen Willen, die guten bilateralen Beziehungen zu Namibia zu vertiefen.

Das deutsch-namibische Sonderverhältnis wird durch die Vielzahl der gegenseitigen hochrangigen Besuche verdeutlicht. Herauszuheben sind die Besuche von Bundeskanzler Kohl (1994), von Bundespräsident Herzog (1998) (s. Christiane-Herzog-Haus unter Arbeitsfeld Schule und Ausbildung: Ituseb)in Namibia sowie die Besuche von Staatspräsident Nujoma in Deutschland (1996 und 2002) und der Staatsbesuch von Präsident Pohamba Ende 2005. In den letzten Jahren besuchten Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (April 2003) und Bundesminister Fischer (Oktober 2003) Namibia. Die Bundesministerin Wieczorek-Zeul nahm als Vertreterin der Bundesregierung im August 2004 an den zentralen Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Beginns des Kolonialkrieges teil.

Entwicklungszusammenarbeit

Die intensive entwicklungspolitische Zusammenarbeit ist ein besonderer Schwerpunkt des bilateralen Verhältnisses. Deutschland ist das wichtigste Geberland. Pro Kopf der Bevölkerung erhält Namibia die höchste deutsche Entwicklungshilfe in ganz Afrika. Kennzeichnend für das deutsche Engagement ist nicht nur die staatliche Entwicklungshilfe, sondern eine Vielfalt privater Initiativen und Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen (NRO). Deutsche staatliche und private Hilfe seit der Unabhängigkeit beläuft sich inzwischen auf über eine halbe Milliarde Euro.

Diese Arbeit, zu der auch die DNEG ihren Beitrag leistet ist notwendig, um die Ungleichheiten, die die namibische Gesellschaft als Folge von Kolonialismus und Apartheid noch heute prägen und die ihren Ausdruck in weitverbreiteter Armut und hoher Arbeitslosigkeit finden, zu beseitigen.

Die Schwerpunkte der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Namibia liegen in folgenden drei Bereichen:

  • Ländliche Entwicklung und Schutz natürlicher Ressourcen

  • Straßentransport

  • Wirtschaftsförderung

Kultureller Austausch

 

Die Kulturbeziehungen sind lebendig und vielfältig. Die kleine, aber wirtschaftlich bedeutsame Minderheitsgruppe deutschsprachiger Namibier (ca. 20.000) spielt dabei eine wichtige Rolle.

Die Stellung der deutschen Sprache in Namibia ist weiterhin stark. Als Geschäftssprache (u.a. in den Bereichen Handwerk, Dienstleistungen und Tourismus) und im kulturellen Sektor spielt sie eine wichtige Rolle. Die täglich erscheinende "Allgemeine Zeitung" mit einer Auflage von ca. 5.600 Exemplaren ist das Sprachrohr der Deutschsprachigen (Online:www.az.com.na).

Die große Mehrheit der deutsch sprechenden Namibier ist innerhalb des Dachverbandes Deutscher Kulturrat organisiert, der die kulturellen Interessen der Minderheit vertritt. Im Radio werden täglich 15 Stunden deutschsprachiges Programm vom NBC übertragen.

An ca. 30 Schulen werden ca. 4.600 Schüler in Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Deutsch als Muttersprache wird an der Deutschen Höheren Privatschule in Windhuk und an 12 Privat- und Regierungsschulen unterrichtet.